Terra Biosa für Golfbahnen

 

 

Der Golfclub Ljungbyhed  wendet seit April 2004 Terra Biosa auf seiner Golfanlage in Südschweden an. Bengt Herner, Wortführer des Bahnanlagekomitees, hat zwei Berichte verfasst über die Resultate der Anwendung von Terra Biosa:

1. Bericht August 2004:

Terra Biosa im Einsatz gegen Wurzelsterben

Ljungbyheds Golfklubb ist heute ein Golfplatz mit einer 18-Loch-Anlage, der in einer naturschönen Umgebung am Fuß des Söderåsen in Südschweden liegt. Die Bahn besteht aus 9 Greens und Fairways, die in der alten Heidelandschaft angelegt wurden. 2002 nahmen wir 9 weitere Löcher in Gebrauch. Sie sind nach den neuesten Methoden hinsichtlich Drainage und Saatbeet eingerichtet. Wir haben außerdem 9 sogenannte Jordgreens und 9 mit Saatbeet und Drainage.

Auf den 9 neuen Greens verbreitete sich schnell ein Wurzelsterben (Flecken, wo das Gras abstarb), das bis zu 8 Jahre dauern kann. Im Frühjahr 2003 begannen sich diese Flecken noch zu vergrößern, so dass sie sich Ende Juni, Anfang Juli in noch größerem Umfang ausgebreitet hatten.

 

 

Bei den ersten zwei Bildern: Wurzelsterben. Das dritte Bild zeigt den Grasschaden nach der Behandlung mit Terra Biosa.

Als ich im Herbst 2003 von Terra Biosa hörte, begann ich zu untersuchen, ob uns das unter anderem gegen das Wurzelsterben helfen könnte. Nach einigen Gesprächen mit den Biosa-Beratern Per Ressner und Bertil Carlberg entschied der Finanzausschuss des Golfclubs Terra Biosa ab Frühjahr 2004 einzusetzen.

Entsprechend der Aussagen der Biosa-Vertreter sollten wir das Wurzelsterben bezwingen können, den Stickstoffverbrauch um 30 % verringern und auf lange Sicht den Mehltau weg bekommen können. Dabei sollte sich gleichzeitig das Wurzelwerk des Rasens verbessern mit deutlich besserem Wachstum.

Wir begannen mit der Anwendung von Terra Biosa am 15. April 2004. Unsere Greens haben eine Fläche von 4500 m² und am Anfang begannen wir damit sie zu besprühen (die Dosierungspumpe für unser Bewässerungssystem wird gerade installiert). Für die erste Behandlung mischten wir 1 Liter Biosa in 100 Liter Wasser und gingen in der Folge auf 0,3 Liter pro 100 Liter Wasser zurück. Nach diesen beiden Behandlungen sollten wir auf 30-40 ml in 100 Liter Wasser je Behandlung zurückgehen. Die Dosierung wird alle 14 Tage vorgenommen bis die Dosierungspumpe installiert ist. Danach sollen die Greens, Fairways und Tees 2 x täglich mit einigen Promille behandelt werden.

Das Wasser entnehmen wir einem der Seen des Geländes (wird nicht kommunal gechlort).

 

Sichtbare Effekte am 19. Juli 2004:

  • Alle Flecken mit vorhergehendem Wurzelsterben sind wieder bewachsen.
  • Das Graswachstum hat sich markant erhöht (wird bemerkt, weil die Grassammler öfter leeren müssen).
  • Das Wurzelsystem ist deutlich gestärkt, es liegt heute bei 150-200 mm.
  • Es ist nicht länger ein Problem neue Löcher zu setzen. Das Feld ist weicher geworden. Es war immer sehr hart und enthielt viele Steine. Die Steine sind natürlich immer noch da, aber der Boden ist lockerer geworden. Das bedeutet, dass, wenn wir beim Löcher Setzen auf einen Stein stoßen, so wird er beiseite geschoben, in die lockere Erde.
  • Der Verbrauch von Kunstdünger konnte von 200 kg/ha auf 125 kg/ha gesenkt werden, also eine Einsparung von 37 %. Das ist sowohl für die Umwelt als auch für die Ökonomie positiv.
  • Auf einem alten Übungsgelände, das vermoost war, ist das Moos verschwunden und das Gras kommt zurück.
  • Auf dem Puttin Green entstand ein Leck mit Hydrauliköl, mit zwei braunen Streifen, wo kein Gras mehr wuchs. Wir sprühten Terra Biosa in konzentrierter Form, und der Rasen begann sich ganz schnell zu erholen.
  • Weil die Greens täglich geschnitten werden, haben wir festgestellt, dass eine etwas höhere Dosis von Terra Biosa notwendig ist, wenn man in 14-tägigen Abständen spritzt und zwar ca. 300ml auf 100 Liter Wasser.

Bild 1 und 2 vor der Behandlung der durch ausgelaufenes Hydrauliköl entstandenen Streifen. Bild 3 nach Anwendung von Terra Biosa

 

Wir hatten bis heute, 19. Juli, einen feuchten und kalten Sommer. Deshalb hatten wir 2 kleinere Mehltauangriffe, aber nur auf 5 unserer alten Jordgreens. Wir werden am 20. Juli den Versuch unternehmen mit konzentriertem Terra Biosa dagegen vorzugehen. Auf den 9 neuen Greens haben wir bereits die Flecken mit Wurzelsterben mit konzentriertem Terra Biosa behandelt, und dort haben wir heute keinen Pilzangriff.

Nach Abschluss der Saison wird ein noch ausführlicherer Bericht erfolgen.

Meine und die Hoffnung des Golfclubs ist es, die Golfbahn spätestens ab 2006 möglichst ganz oder teilweise ökologisch betreiben zu können, ohne Kunstdünger, mit Minimaleinsatz von Bekämpfungsmitteln.

 

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2. Bericht November 2004

 

Mit Terra Biosa nahezu keine Wasseransammlungen mehr, trotz des regenreichen Sommers

 

Wir haben im Laufe dieses Jahres Terra Biosa auf unseren Greens und Tees ausgebracht, die Greens wurden alle 14 Tage, die Tees einmal pro Monat in Verbindung mit Belüftung gespritzt. Eigentlich wollten wir Terra Biosa mit Hilfe einer Dosierungspumpe über die Bewässerungsanlage ausbringen, aber deren Kapazität war zu gering, so dass wir weiterhin spritzen (Dosierung siehe 1. Bericht)

Auf dem neuen Teil der Bahn hatten wir an einigen Stellen Verdichtungsprobleme, an denen sich leicht Regenwasser ansammelte. Wir spritzten diese Stellen mit Terra Biosa, um zu sehen, ob wir die Erde damit lockern und auf diese Weise die Wasseransammlungen loswerden könnten. Das Resultat dieser Behandlung war ausgezeichnet: Nahezu keine Wasseransammlungen mehr trotz des regenreichen Sommers. In früheren Jahren bildeten sich bei starkem Regen große Wasserlachen auf unseren alten Greens, aber die sind wir dieses Jahr losgeworden.

 

Sichtbare Effekte:

  •     Terra Biosa lockert die Erde und die Graswurzeln wachsen in die Tiefe – wir haben heute Graswurzeln mit einer Länge bis zu 200 mm.
  •     Deutlich mehr Graswachstum und kräftigeres und dichteres Gras.
  •     Schnellere und gleichmäßigere Greens – wir konnten unsere Greens während der ganzen Saison problemlos auf 3,5 - 3,8mm schneiden.
  •     Eine kräftigere Wurzelbildung, die Krankheiten besser widersteht und hoffentlich eine bessere Überwinterung bedeutet.

 

Wir hatten in diesem Sommer 4 Mehltauangriffe, jedoch nur auf unseren alten Greens. In drei der vier Fälle verwendeten  wir Bekämpfungsmittel, den vierten aber behandelten wir mit konzentriertem Terra Biosa. Nach 2-3 Tagen wuchs auf den Flecken neues Gras und nach 10 Tagen war fast alles weg. Wir meinen, dass die Graswurzeln so stark geworden sind, so dass die Neubildung schnell in Gang kam (die Graswurzeln sterben nicht).

In unserem ersten Bericht (18.07.2004) hatten wir den Verbrauch von Kunstdünger auf 37% reduziert, seit dem 01.08.2004 haben wir den Verbrauch halbiert. Dem Düngeplan zufolge von 200 kg/ha auf 90 kg/ha pro Tag. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Ökonomie!

 

Terra Biosa ist eine sehr billige Bodennahrung. Wir haben dieses Jahr 25.000,00 SEK (= 2788 €) gespart. Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr den Kunstdünger weiter reduzieren oder sogar ganz zurückfahren und den Einsatz von Bekämpfungsmitteln minimieren können. [1][siehe ANMERKUNG]



Wir konstatieren folgendes:

 

  • Deutliche Reduktion von Kunstdünger
  • Minimaler Verbrauch von Bekämpfungsmitteln (gut für die Umwelt)
  • Die Flecken durch das Wurzelsterben sind zu 90 % geheilt.
  • Verstärktes Graswachstum
  • Ein sehr kräftiges Wurzelsystem 150-200 mm
  • Schnellere und gleichmäßigere Greens
  • Gelockerter Boden
  • Terra Biosa verhindert Moos
  • Die Lochvertiefung hält zusammen und bleibt elastisch wie eine riesige Feder (sie sollte mehrmals abgeschnitten werden, damit sie nicht übersteht)
  • Die Regenwürmer vermehren sich
  • Pilzbefall verringert sich
  • Terra Biosa ist eine sehr billige Bodennahrung [siehe ANMERKUNG von Biosa Danmark] (gut für die Ökonomie)

 

[1] ANMERKUNG von Biosa Danmark : Wir wollen klarstellen, dass Terra Biosa keine Bodennahrung ist. Terra Biosa fördert die Umsetzung organischen Materials im Boden, d.h. die Mikroorganismen verstoffwechseln organisches Material und stellen dadurch dem Boden Nährstoffe zur Verfügung. Deshalb sollte der Boden durchaus zusätzlich gedüngt werden.

 

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